Fahrradtourismus für das Land Bremen

Radreisen werden immer beliebter

Der Radtourismus nimmt immer mehr zu. In Bremen und Bremerhaven ist nach Meinung von Andreas Kottisch (Sprecher für Wirtschaftspolitik der SPD-Bürgerschaftsfraktion) noch nicht genug getan. Zusammen haben wir einen Antrag erarbeitet:

Wirtschaftliches Potenzial des Fahrradtourismus für das Land Bremen erschliessen

Bremen und Bremerhaven verfügen dank der direkten Lage am Weserradweg, der Anbindung an andere Fernradwege, attraktiver Innenstädte und eines interessanten, ebenen Umlands über beste Voraussetzungen, vom wachsenden Fahrradtourismus und vom bedeutenden wirtschaftlichen Potenzial des Radverkehrs zu profitieren. Im Tourismuskonzept 2015 wird deshalb beispielsweise der “Ausbau des überregionalen Radwegenetzes links und rechts der Weser und an der Lesum” als Maßnahme angeregt. Bremen und Bremerhaven besitzen eine vergleichsweise gute Infrastruktur des Fahrradverkehrs. Das Profil und Image als fahrradfreundliche Städte hilft, die Städte positiv bei Fahrradtouristen zu besetzen.

Der Deutsche Tourismusverband rechnete dem Fahrradtourismus in Deutschland schon 2009 einen Jahresumsatz von rd. 5,3 Mrd. € zu. Unter Einbeziehung der Ausgaben für Fahrräder, Zubehör und Radwegebau summierte sich diese Summe auf 9,4 Mrd. €. Für Unterkunft, Verpflegung, kulturelle und touristische Angebote geben Radtouristen nach Einschätzung des ADFC durchschnittlich mehr Geld aus als andere Reisende. Außerdem reisen sie häufig außerhalb der Hauptsaison.

Um das erhebliche und wachsende Potenzial des Wirtschaftsfaktors Radtourismus nutzen zu können, brauchen Bremen und Bremerhaven neben einer guten Infrastruktur auch attraktive und innovative Dienstleistungs- und Serviceangebote sowie eine zielgenau Informations- und Öffentlichkeitsarbeit.

Beide Städte müssen u.a. die Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel land- und wasserseitig optimieren, Radmietsysteme prüfen, sichere und geschützte Fahrradparkplätze für Tagestouristen schaffen, im Routenplanungssystem präsent sein und sich auf die Bedürfnisse einer zunehmenden Zahl von E-Bikern einstellen.

Photo: SPD Bürgerschaftsfraktion

Vor diesem Hintergrund möge die Bürgerschaft (Landtag) beschließen:

  1. Der Senat wird gebeten, den Fahrradtourismus als wertschöpfungsintensives Segment mit überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen mit Nachdruck zu entwickeln und offensiv in seine Tourismus- und Marketingaktivitäten zu integrieren.
  2. Der Senat möge der Bürgerschaft (Landtag) sechs Monate nach Beschlussfassung einen Bericht zum Fahrradtourismus im Land Bremen vorlegen, der u.a.
    • a) die wirtschaftliche Bedeutung und die Entwicklungsperspektiven,
    • b) die Gewichtung im Tourismus- und im Marketingkonzept des Landes,
    • c) die Einbindung in regionale und überregionale Strukturen unter besonderer Berücksichtigung der Metropolregion und der Verbindung zwischen Bremen und Bremerhaven (Radwegerouten, Radwegenavigation, Radreiseportale, etc.)
    • d) die Vernetzung mit öffentlichem Verkehr (z. B. Bahnhof, ZOB), dem Schiffsverkehr (bike & ship), dem Flughafen (bike & fly) und motorisiertem Individualverkehr (u.a. “bike & ride”) darstellt und Möglichkeiten aufzeigt, Bremen und Bremerhaven damit stärker fahrradtouristisch zu verbinden,
    • e) potentiell für den Fahrradtourismus attraktive Orte wie z. B. die Überseestadt, die Havenwelten und den Fischereihafen einbindet oder dort Barrieren für den Fahrradtourismus abbaut,
    • f) mögliche Leihradkonzepte für Tagestouristen wie auch Übernachtungstouristen(z. B. eines Bremer und Bremerhavener Hotelfahrrads) prüft und bewertet,
    • g) das Profil Bremen-Nords als mögliche fahrradtouristische Schnittstelle zwischen Bremen und Bremerhaven berücksichtigt,
    • h) Möglichkeiten von innenstadtnahen Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Gepäck aufzeigt,
    • i) E-Bikes-Tourismus ausdrücklich berücksichtigt (z. B. Ladestationen) und
    • j) kurzfristig umsetzbare Maßnahmen sowie
    • k) eine mittel- und längerfristige Maßnahmen umfassende, den Fahrradtourismus stärkende Strategie aufzeigt.

Andreas Kottisch, Rainer Hamann, Wolfgang Jägers, Björn Tschöpe und Fraktion der SPD

Donau Radweg
Der beliebteste Radweg für Urlauber in Europa: Donauradweg kurz vor Wien

2 Gedanken zu „Fahrradtourismus für das Land Bremen

  • 18. März 2012 um 12:57 Uhr
    Permalink

    Guten Tag,

    Ich kann das Vorhaben nur begrüßen. Bremen ist eine tolle Stadt zum Erkunden mit dem Fahrrad. Davon sollten aber auch die Personen aus den umliegeden Städten etwas mitgekommen. gerade im bezug auf die Preise der Deutschen Bahn, ist hierfür nicht förderlich. Da überlegt man es sich zweimal, mit der bahn und fahrrad nach Bremen zu kommen.

  • 20. März 2012 um 23:50 Uhr
    Permalink

    Guten Abend,

    ja, Bremen bietet gute Möglichkeiten für den Radverkehr. Der Anteil des Radverkehrs liegt nach Aussagen der zuständigen Behörde bei 24-25%. Allerdings sehen wir dort noch deutliche Steigerungsmöglichkeiten.

    Fahrradtourismus wird immer beliebter. Und mit dem Weser-Radweg verfügt Bremen über ein “Premiumprodukt”. Das kann noch deutlich offensiver vermarktet werden (Beispiele: Mainradweg, Donau, Rhein). Gerade die Verbindung nach Bremerhaven bietet sich an. Zurück dann mit dem Schiff oder dem Zug.

    Bahn ist ein wichtiges Stichwort. Leider wird die Anreise oft durch ein nicht vorhandenes Angebot der Bahn “ausgebremst”. Überlegenswert wäre auch die kostenfreie Mitnahme von Fahrrädern in den Zügen – leider ist das durch verschiedene Anbieter wie DB Regio, Nordwestbahn nicht ganz so einfach umsetzbar. Andere Regionen (zB. Rheinland-Pfalz) bieten so etwas.

    Danke für Ihre Rückmeldung,

    mit pedalierenden Grüßen, Rainer Hamann

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